TV Kredenbach-Lohe 1887 e.V.
Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte


Von der Gründung bis zur Gegenwart.

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Hintere Reihe v. l.:Wilhelm Denker - Karl Schäfer - Wilhelm Klein - Wilhelm Spies - Fritz Müller. Mittlere Reihe v. l.: Karl Braun - Albert Münker - Emil Hahn - Albert Müller - Albert Flender - Walter Karl - Fritz Denker. Vordere Reihe v. l.: Heinrich Braun - Karl Schlag - Karl Buch.
Foto: Marianne Nüs

Erste Anfänge des Turnwesens im Siegerland reichen bis in die ersten Jahre nach den Freiheitskriegen zurück. Im Jahre 1815 wurde durch Postinspektor Wiebe eine "Turnanstalt" errichtet. Von 1819 bis 1842 dauerte die Zeit der Turnsperre in Preußen. 1846 wurde der erste Turnverein in Siegen gegründet, später wieder aufgelöst, 1862 neu gegründet, aber erst 20 Jahre danach konnte die Turnsache Fuß fassen. Im oberen Ferndorftal entstanden die ersten Turnvereine in Hilchenbach 1880, in Müsen 1882 und in Buschhütten 1885, weitere folgten.

Den Anlass zur Vereinsgründung im knapp 600 Einwohner zählenden Kredenbach gab ein Schauturnen in Müsen im Sommer 1887, das von einer Anzahl Kredenbacher Turnfreunde besucht wurde. Die Gründungsversammlung war am 25.September 1887 im alten Saale der Gastwirtschaft Irle. 22 Personen erklärten ihren Beitritt und wählten Friedrich Flender zum ersten Vorsitzenden und Karl Beele, der seine Erfahrungen aus dem Siegener Turnverein einbrachte, zum 1.Turnwart. Der Verein trat sofort dem Siegerland-Turngau bei, doch der Start in die praktische Vereinsarbeit war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Es fehlten Turngeräte sowie ein Übungsraum. Heinrich Hahn stellte dann ein Darlehen von 200 Mark zur Verfügung, was die Turner zu honorieren wussten, indem sie ihn zum Ehrenmitglied ernannten.

Der Turnbetrieb begann im Kohlenschuppen der damaligen Loher Hütte am Weg zur Grube Brüche. Dafür mussten 5 Mark Jahresmiete entrichtet werden. Nach der Entrümpelung konnte der Turnbetrieb eröffnet werden. Einbezogen wurde auch eine Sprungbahn, welche die Kredenbacher gegenüber der "Turnhalle" unter freiem Himmel anlegten. Dreimal wöchentlich trafen sich 16 der 30 Mitglieder zu den Übungsstunden. Selbst wenn der Wind Schnee durch die Bretterritzen auf den Lehmboden wehte, war das kein Grund, nicht anzutreten. Erst bei Minustemperaturen von mehr als zehn Grad fiel die Turnstunde aus. Große Freude herrschte 1890, als Friedrich Langenbach mit einem Siegerkranz vom Gauturnfest in Kirchen zurückkehrte. Gepflegt wurde auch das Wandern. Weil es sich mit Musik besser marschieren ließ, entstand 1889 ein Tambour-Corps mit zwölf Trommlern und Pfeifern.

Dann aber kam es zu ersten Schwierigkeiten. Weil der Kohlenschuppen wieder für gewerbliche Zwecke benötigt wurde, sahen sich die Turner buchstäblich an die frische Luft gesetzt. Zunächst wurde im Freien geturnt, doch es fehlte vor allem an einer Unterstellmöglichkeit für die Turngeräte. Johannes Klein erbarmte sich wenigstens der Geräte und stellte einen Schuppen zur Verfügung. Doch das Hallenproblem musste gelöst werden.

Erfreulicherweise kam es 1893 zum Bau einer gemeindeeigenen Turnhalle. Zu den Kosten von 1200 Mark steuerten die Turner 400 Mark aus der eigenen Kasse bei. Zwar betrug die Jahresmiete für damalige Zeiten stolze 50 Mark, doch damit war wenigstens ein unerfreuliches Provisorium beendet. Fast sieben Jahrzehnte nutzten die Kredenbacher Tuner dieses neue Domizil. Jetzt blühte auch der Turnbetrieb auf: die Mitgliederzahl verdoppelte sich schnell, und 1899 wurde die erste Fahne durch den damaligen Gauvorsitzenden August Huhn geweiht. Erster Fahnenträger war Rudolf Braun. Mit 140 Mitgliedern beim 25jährigen Bestehen verfügten die Kredenbacher über eine respektable Anhängerschaft und gehörten zu den angesehensten Vereinen im nördlichen Siegerland.

Aber mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs wurde der Aufschwung im Turnerlager jäh unterbrochen. 1916 waren 76 Mitglieder eingezogen worden, darunter auch die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder. Nach Kriegsende diente die Turnhalle zunächst als Truppenunterkunft, danach als Pferdestall. 1919 trafen sich 100 Teilnehmer zur ersten Nachkriegs-Zusammenkunft und beschlossen, die Aktivitäten wieder aufzunehmen.

In den folgenden Jahren glänzten die Kredenbacher vor allem beim Gillerbergfest, denn Hauptsieger wurden nach Fritz Denker (1909) und Wilhelm Denker (1913) nun Albert Becker (1921 und 1922), Emil Irle (1926) und Arnold Buch (1930). Auch die beste Vereinsleistung beim Harkortbergfest 1925 ging nach Kredenbach.
Allmählich kündigte sich die Weltwirtschaftskriese der dreißiger Jahre an. Für die Arbeitslosen wurde der Mitgliederbeitrag um die Hälfte gekürzt. Zur Tat schritt Ewald Hahn. Als Vorsitzender des Gillerbergausschusses und des Turnbezirks setzte er sich dafür ein, den Ausbau des Sportplatzes auf dem Giller zu forcieren. Mit Spenden und Zuschüssen finanzierte er die Arbeiten im "Freiwilligen Arbeitsdienst". Arbeitslose Turner aus dem oberen Ferndorftal erklärten sich für zwei Mark Tageslohn bereit, auf der Ginsberger Heide gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Der zweite Weltkrieg führte zu einer weiteren Unterbrechung im sonst so agilen Vereinsleben. Aber auch nach dem Zusammenbruch gaben die Turner nicht auf. Im Sommer 1945 schafften es Ewald Hahn, Wilhelm Hohlsiepe und Bernhard Sassmannshausen, bei der Militärregierung die Genehmigung für die Durchführung des Gillerbergfestes am 9. September zu erreichen. Es war das erste Turnfest nach dem Krieg in Deutschland , bei dem 900 Wettkämpfer und 5000 Besucher gezählt wurden.

Die Kredenbacher feierten 1947 ihr 60jähriges Bestehen. Besonders attraktiv war am Festnachmittag die Show von 80 Turnern an 10 Barren. Von 1950 bis 1953 richteten die Kredenbacher das Gillerbergfest aus, zogen dann ihre Bewerbung zurück, als bekannt wurde, dass auch die TG Grund sich um diese Aufgabe bewarb. Die Grunder erhielten den Zuschlag- und bis heute hat sich daran nichts geändert.

In den folgenden 25 Jahren haben sich die Kredenbacher den gewandelten Anforderungen an einen sporttreibenden Verein nicht entzogen. Nach dem Bau einer neuen Turnhalle und eines neuen Spielplatzes erweiterten sie ihr Angebot und eröffneten u. a. Abteilungen für Badminton, Volleyball, Herzsport, Mutter und Kind, Faustball sowie Seniorenturnen. Kein Wunder, dass die Mitgliederzahl auf fast 600 anwuchs. Auch die Erfolge konnten sich sehen lassen. So holte sich Helmut Menn 1987 zum 6. Mal den Gillerbergsieg in der Oberstufe der Männer. Im Jahr 1986 durften die Faustball-Schüler an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Die kleine Schar der Kunstturner brachte es mit Hilfe professioneller Trainer zu beachtlichen Erfolgen.

Mit einem umfangreichen Festprogramm feierte der TV Kredenbach-Lohe vom 10. bis 12. Juli 1987 sein 100jähriges Bestehen (Die ungekürzte Vereinsgeschichte ist in dem umfangreichen Festbuch zur Hundertjahrfeier nachzulesen).
Mit dem Bau des Vereinsheims 1991/1992 erfüllten sich die Turner einen lange gehegten Wunsch. Sechs Wochen nach Baubeginn konnte schon das Richtfest am 8. November 1991 gefeiert werden. Die Einweihungsfeier erfolgte am 3.Oktober 1992.

Fortsetzung folgt!